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Mein Auslandseinsatz in Salzburg (Simon Mahrt)

Ich habe von August bis September ein Auslandspraktikum, ermöglicht durch Erasmus+, in Österreich absolvieren können. Aufgrund der Coronamaßnahmen, die in jedem Land verschieden sind, war lange unsicher, ob dieses Praktikum noch stattfinden kann. Doch glücklicherweise konnte ich meine Reise und das Praktikum im Landeskrankenhaus Salzburg antreten.

Bei meinem Einsatz handelte es sich um einen Pädiatrischen Einsatz, daher wurde ich auf die Eltern-Kind Station eingeteilt. Diese Station hat 20 Betten, davon 14 Internistische und 6 Chirurgische und ist unterteilt in einen Neonatologischen, Pädiatrischen und Kinderchirurgischen Teil. Das gesamte Landeskrankenhaus Salzburg verfügt insgesamt über ca. 1200 Betten und es sind alle Fachrichtungen vertreten. Die Fachabteilungen sind zum Teil in unterschiedlichen Gebäuden untergebracht. Das Krankenhaus liegt sehr zentral.
Einen Tag vor Praktikumsbeginn habe ich mein Zimmer im Wohnheim des Krankenhauses bezogen.
Mein erster Tag auf Station begann um 6:30 Uhr und ich wurde sofort dem Team vorgestellt, von dem ich sehr freundlich aufgenommen wurde. Am ersten Tag hat meine Praxisanleiterin mir die Station gezeigt und das Erstgespräch mit mir geführt. Außerdem hat Sie mir das gesamte Klinikgelände gezeigt und mir bei organisatorischen Aufgaben, wie der Beschaffung der Dienstkleidung oder meines Dienstausweises geholfen. Anschließend habe ich meinen Dienstplan für mein 4-wöchiges Praktikum erhalten. Dabei wurde ich immer von Montag bis Freitag eingeteilt und jeder Dienst begann um 6:30 Uhr und endete um 15:00 Uhr. Durch die 8-Stunden Schicht hatte ich die Wochenenden frei. Auch die nächsten Tage war ich mit meiner Praxisanleiterin auf einer Seite der Station eingeteilt, um die Abläufe auf der Station zu verinnerlichen. Bereits in den ersten Tagen wurde mir sehr viel gezeigt und so durfte ich schnell unter Anleitung Kinder versorgen. Ebenso wurde es mir ermöglicht eine Leistenhernien-OP bei einem Säugling mit anzusehen. Auch im OP wurde ich freundlich aufgenommen und das OP-Personal hat mir sehr gut und verständlich jeden Schritt bei der Operation erklärt.
Wie bereits oben beschreiben waren mehrere Fachbereiche auf dieser Station vertreten. Das heißt auf unsere Station kamen Frühgeborene, Reifgeborene, sowie Kinder und Jugendliche. Dadurch
hatte ich die Möglichkeit viele neue Krankheitsbilder kennen zu lernen. Bereits während der ersten Tage sind mir einige Unterschiede zu meinen bisherigen Erfahrungen in der Pflege aufgefallen. So hatte jede Pflegekraft maximal 4 Patienten zu versorgen und zu betreuen. Auf diese Weise konnte man sich sehr viel Zeit für die Patienten lassen und sie dementsprechend gut versorgen. Eine andere Besonderheit war, dass es während des Frühdienstes zwei Übergaben gab. Die erste um 6:30 Uhr vom Nachtdienst und die zweite Patientenübergabe um 12:00 Uhr. Auch das bei den Übergaben alle Pflegekräfte zusammen waren und die Übergabe aller Patienten erhalten haben war neu für mich. Doch so war es möglich, wenn ein Kollege in die Pause geht, dessen Patienten gut informiert zu übernehmen. Auch über die Klinikclowns, die jeden Donnerstag auf Station kamen, war immer ein Highlight. Nicht nur für die Kinder, sondern auch für mich. Besonders der Umgang zwischen den Ärzten und Pflegekräften hat mich sehr überrascht, denn es wurde immer sehr freundlich und wertschätzend miteinander gesprochen, da die Meinung der Pflege für die Ärzte enorm wichtig war. Auch das habe ich in dieser Form bisher noch nicht erlebt. In den folgenden Tagen und Wochen habe ich mit vielen verschiedenen Krankenschwestern und Pfleger zusammengearbeitet und jeder hat mir meine Fragen gut beantworten können und mir mit der Zeit immer mehr Verantwortung übertragen. Vom Blutabnehmen über Infusionsvorbereitung bis hin zur Versorgung der Säuglinge.
Während meiner Wochenenden konnte ich Salzburg und die Umgebung kennenlernen. So war ich zum Beispiel Wandern oder bin zu einem der vielen Seen in der Umgebung gefahren. An den
Abenden, sei es nach Dienstschluss oder an den Wochenenden, habe ich mit den anderen Auszubildenden zusammen gekocht und mich unterhalten.
Alles in allem war hat sich dieser Einsatz für mich gelohnt. Auch dank eines großartigen Teams konnte ich während dieser vier Wochen sehr viel Lernen. Und mir ist dadurch klar wie ich in Zukunft arbeiten möchte und wie wichtig ein gutes Arbeitsklima und Respekt zwischen Pflegekräften und Ärzten ist. Daher kann ich jedem nur empfehlen solch ein Praktikum während der Ausbildung zu absolvieren.

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