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Ich habe mein ERASMUS+ Praktikum im Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien (AKH) absolviert. Es ist das Universitätsklinikum Wien und mit knapp 1770 Betten das größte Krankenhaus in Österreich. Die über 110 Stationen des Hauses mit verschiedensten Fachrichtungen sind in einen Roten und einen Grünen Bettenturm aufgeteilt. Beide Türme erheben sich aus dem Hauptgebäude. Ich war im 14. Stock auf der Station 14K eingesetzt, eine auf Rehabilitation spezialisierte neurologische Station mit 26 Betten. Von der Station aus dem Roten Bettenturm hatte man eine wunderschöne Sicht über die ganze Stadt.

An meinem ersten Tag sollte ich nach der Übergabe zum Dienst erscheinen. Ich stellte mich vor und wurde nett ins Team aufgenommen. Nachdem das Erstgespräch geführt wurde, folgte meine erste Aufgabe: alle notwendigen organisatorischen Dinge erledigen. Dazu gehörte beispielsweise das Ausleihen der Dienstkleidung und Abholen einer Essensberechtigungskarte, was aufgrund der Größe des Hauses und Unübersichtlichkeit einige Stunden beanspruchte. Zurück auf der Station wurde mir der Dienstplan gegeben und ich durfte mir meine Dienste für den Monat fast frei einteilen. Die erste Woche sollte ich von 7.00 Uhr bis 15.00 Uhr kommen, da in diesem Zeitraum am meisten Arbeit ansteht und ich mich so am besten an die Station und die Aufgaben gewöhnen konnte. Die restlichen drei Wochen durfte ich frei wählen. In Österreich wird in zwei Schichten gearbeitet, also je 12,5 Stunden inklusive Übergabe. Da die Pausenzeit auch als Arbeitszeit gilt, musste ich mir nicht viele Dienst eintragen um auf meine Stunden zu kommen. So hatte ich viel Zeit mir die Stadt und Teile des Landes anzusehen. Es wurde von 7.00 Uhr bis 19.30 Uhr gearbeitet, meist waren vier bis fünf Pflegekräfte eingeteilt. Dazu kamen der Patientenservice der sich um das Verteilen des Essens, das Betten machen und das Auffüllen der Schränke gekümmert hat, sowie eine Stationssektretärin und die Stationsleitung, die bis nachmittags da waren.

Das Team der Station war sehr nett. Die ersten Tage sollte ich mit einem Praxisanleiter mitgehen, danach durfte ich nach eigenem Ermessen entscheiden welche Aufgaben ich alleine erledigen kann und welche nicht. Mir wurde viel zugetraut und ich konnte selbstständig arbeiten. Ich hatte keine Probleme Patienten oder Mitarbeiter zu verstehen, der wienerische Dialekt war nicht sehr ausgeprägt. Die pflegerische Arbeit ist der deutschen ziemlich ähnlich, jedoch gibt es kleine Unterschiede die das Arbeiten sehr viel angenehmer machen. Die Unterstützung durch den Patientenservice ist sehr hilfreich und führt dazu das sich die Pflege um mehr Aufgaben kümmern kann die auf der pflegerischen Ausbildung  basieren, z.B. das Schreiben einer Pflegeplanung, Blutabnahmen und Evaluierung der Pflege. Durch den guten Personalschlüssel kann man sich für seine Aufgaben und die Patienten so viel Zeit nehmen wie benötigt wird. Hinzu kommt, dass das Dokumentationssystem nicht so aufwändig und zeitbeanspruchend ist. Auf meiner Station arbeitet ein interdisziplinäres Team, bestehend aus Pflegepersonal, Ärzten, Ergo-, Logo- und Physiotherapeuten sowie Psychologen. In diesem Team finden einmal pro Woche Fallbesprechungen der einzelnen Patienten und deren Therapie statt. Meinem Eindruck nach ist die Qualität der Pflege viel höher und das Personal zufriedener.

Durch die langen Schichtzeiten hatte ich viel Freizeit, in der ich mir die ganze Stadt angucken und Ausflüge machen konnte. Das für April viel zu gute Wetter nutzte ich dazu, in die Natur zu fahren und dort zu  wandern oder Fahrrad zu fahren. An einem langen Wochenende fuhr ich nach Salzburg, um mir auch diese Stadt anzugucken und auf die Berge zu steigen. Gewohnt habe ich während des Erasmus+ Praktikums in einer WG mit fünf Leuten. So hatte ich direkt soziale Kontakte, um nach dem Feierabend zusammen zu kochen oder ein Bier zu trinken. Highlight der WG war eine bewachsene Dachterrasse mit Beeten und schöner Aussicht.

Insgesamt bin ich sehr dankbar für die Möglichkeit dieses Praktikums und möchte es als vollen Erfolg bezeichnen. Es hat Spaß gemacht etwas anders kennenzulernen und ich freue mich über diese durchweg positiven Eindrücke die ich von der Pflege in Österreich sammeln durfte.

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